1. Mannschaft

Erster Teilerfolg in der Schach-Landesliga

Erneut war das Trostberger Landesligateam wertungsmäßig klar im Hintertreffen. An Brett 2 sah sich Reiner Huch einem Fidemeister gegenüber. Er ließ sich aber nicht beeindrucken und bewahrte in der Französischen Verteidigung die nötige Ruhe. Das logische Ergebnis war die Punkteteilung. Ebenfalls einem Titelträger des Weltschachverbandes saß Wolfgang Moser gegenüber. Hier stand Spanisch auf der Speisekarte. Der Trostberger Kapitän erreichte ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern, das er sicher in den Remishafen führte. Christoph Boes kam mit Schwarz gegen einen nominell deutlich stärkeren Gegner in eine verwickelte Stellung. Er durchblickte das Wirrwarr scheinbar besser und gewann die Qualität. Doch im weiteren Verlauf musste Boes noch eine genaue Verteidigung finden, ehe er seinen ersten Landesligaerfolg feiern durfte. An Brett 4 konnte Markus Hinterreiter ebenfalls gegen einen besser eingestuften Gegner lange ein ausgeglichenes Spiel halten. Doch im Endspiel fand der Garchinger noch eine Möglichkeit zum Gewinn und somit zum sofortigen Ausgleich im Mannschaftskampf. Es folgten zwei klare Unentschieden: Keiner der Kontrahenten konnte an Brett 5 einen Vorteil erzielen, so dass Aldo Hartl in das Remis einwilligte. Dr. Johannes Kern suchte wie fast immer komplizierte Kombinationen, aber sein Gegner passte auf und der Trostberger sah sich zum Dauerschach gezwungen, gleichbedeutend mit dem Zwischenstand von 3:3. Großmeister Fogarasi kämpfte am Spitzenbrett verbissen um einen Vorteil. Es gelang ihm tatsächlich ein Bauerngewinn. Aber mit dem Abtausch erzwang sein Gegner ein Remis wegen ungleichfarbiger Läufer.

Beim Stand von 3,5 - 3,5 lag es nun an Peter Penn an Brett 8. Erst gewann Penn gegen seinen scheinbar weit überlegenen Gegner sogar einen Bauern. Aufgrund eines starken Angriffes des Garchingers musste er diesen aber wieder zurückgeben. Im folgenden Turmendspiel mit je 2 Bauern behielt der Trostberger Routinier aber die Nerven. Mit nur noch einer Minute auf der Uhr (+30 Sekunden pro Zug) sicherte er den Ausgleich und sein Gegner willigte zum Remis und damit zum Unentschieden im Mannschaftskampf ein. In der Tabelle steht man nun auf Platz 8 und hält fast Kontakt zum Mittelfeld.

2,5:5,5 gegen Weilheim

Die Landesliga-Aufstellung war diesmal fasst die Bestbesetzung, daher erhoffte man sich gegen die noch stärker aufgestellten Gäste aus Weilheim zumindest Außenseiterchancen.

Leider startete der Spieltag aber mit einer Niederlage. An Brett 7 konnte Wolfgang Moser im Budapester Gambit den schnellen f-Bauer seines Gegners nicht neutralisieren. Dieser marschierte bis f6 und lähmte die schwarze Stellung. Dieses Handicap führte dann fast zwangsläufig zur weißen Überlegenheit und zur Aufgabe zum 0-1.

Aldo Hartl spielte eine sichere Partie und einigte sich im Mittelspiel in gleicher Stellung auf Remis nach Zugwiederholung.

Hoffnung keimte dann an Brett 3 auf. Dr. Johannes Kern zauberte erst im Mittelspiel ein Springeropfer für 2 Bauern aus heiterem Himmel aufs Brett und zeigte seinem verblüfften Gegner dann einen unparierbaren Mattangriff mit Dame und Turm zum 1,5:1,5-Ausgleich. Doch leider geriet man an Brett 8 wieder unter Druck.

Peter Penn konnte in einem klassischen „Holländer“ keine Verteidigung gegen den „fliegenden“ Angriff finden und man lag erneut zurück.

Ein Duell zweier Spitzenspieler sah man an Brett 1, das in ruhigem Fahrwasser zur Punkteteilung führte.

Als Christoph Boes mit einem Minusbauern ins Endspiel gehen musste und nach Verzicht auf zwischenzeitlichem Rückgewinn auf die Verliererstraße geriet, erhöhte sich der Rückstand leider auf 2:4.

Die beiden ausstehenden Bretter gaben aber immer noch Anlass zu Hoffnung. An Brett 4 hatte Markus Hinterreiter nach der Eroberung von 3 Bauern schon fast den Sieg vor Augen und auch Reiner Huch an Brett 2 lag mit 2 Fußsoldaten in Front. Doch Hinterreiter musste überraschend die Qualität geben und hatte nach Damentausch sogar eine verlorene Stellung auf dem Brett. Bei Huch war der eingesperrte König schuld daran, dass der materielle Vorteil nicht in den vollen Punkt umgemünzt werden konnte und man einigte sich auf Remis.

Somit war die Niederlage mit 2,5:5,5 zwar deutlich, die Leistung gibt aber berechtigten Anlass zur Hoffnung. Vor allem in den Partien gegen wertungsmäßig gleiche oder schwächere Gegner muss man die Punkte für den Klassenerhalt holen.

4:4 gegen Ilmmünster

Obwohl man schon als Meister der Regionalliga Süd-Ost feststand, fuhr man in guter Besetzung nach Ilmmünster. Ein Sieg an Brett 1 durch Fogarasi war zwar eingeplant, aber nur durch sein großes Endspielkönnen konnte der ungarische Großmeister seinen Gegner zur Aufgabe zwingen. Die Partie an Brett 2 lief weniger gut. In einem ausanalysierten „Franzosen“ fand Reiner Huchs Gegner immer besser ins Spiel und ein Springeropfer besiegelte die Niederlage wegen Mattdrohung. Michael Stoppel spielte umsichtig in einem gleichen Endspiel und brachte nach Abtausch aller Figuren sicher das erwartete Remis nach Hause.

Am 8. Brett ging es turbolenter zu. Erst in einer offenen Stellung gelang Fritz Huber ein Qualitätsgewinn, aber es dauerte bis er seinen Vorteil verwerten konnte, was ihm aber letztlich doch zur Trostberger Führung gelang. Markus Hinterreiter bemühte sich, die Position zu verschärfen, aber sein Kontrahent ließ keinen Vorteil zu, so dass der Punkt geteilt wurde. Auch an Brett 5 konnte Moser trotz optisch vorteilhafter Stellung das schwarze Bollwerk nicht knacken und nahm nach 5 Stunden das Remisangebot an. Als Peter Penn in einem etwas ungünstigen Turmendspiel unter die Räder kam und aufgeben musste, war wieder völliger Ausgleich hersgestellt. Zuletzt hatte Dr. Johannes Kern an Brett 3 zwar eine leicht bessere Position, aber das materielle Gleichgewicht war dennoch nicht anzutasten, sodass diese letzte Partie und der Mannschaftskampf mit einem Unentschieden 4:4 endete.

3:5 gegen starkes Team aus Kriegshaber

Nach Aufstieg in neue Spielklasse Landesliga Süd zeigte der Saisonstart für das Schachteam, dass die Trostberger nur in Bestbesetzung eine realistische Chance gegen die starken Gegner haben. Man schlug sich mit Siegen von Huch und Hinterreiter und 2 Remis zwar wacker, musste die Überlegenheit der deutlich stärkeren Gegner aber letztlich eingestehen und verlor mit 3:5.

Nach den Ausfällen von Dr. Kern, Aldo Hartl und Simon Reisser war der SK Kriegshaber klarer Favorit an den meisten Brettern. Als ein erhoffter voller Punkt nach einer ausanalysierten Variante am Spitzenbrett ausblieb und „nur“ ein Remis für Großmeister Fogarasi heraussprang, sah es schon düster aus. Daraufhin geriet an Brett 7 Peter Penn immer mehr unter Druck, verlor eine Figur und bald die Partie zum 0:5:1:5 Rückstand. Doch noch keimte Hoffnung, vor allem als Reiner Huch in ein Doppelturmendspiel abwickeln konnte, in dem er schnell einen Bauer gewann. Sein unter Druck geratener Gegner patzte noch ein bisschen und so glich Huch mit seinem vollen Punkt wieder aus. An Brett 3 ging es ebenso erfreulich weiter. Markus Hinterreiter hatte sich mit einer soliden Eröffnung einen Stellungsvorteil erarbeitet, gewann danach einen Bauern, drängte seinen Gegner mit Mattdrohungen an die Wand und siegte. Doch schon zogen wieder dunkle Wolken auf, da Wolfgang Moser nach einer verpassten Variante mit Bauerngewinn in ein schlechteres Endspiel geriet. Nach Bauernverlust musste er dann aufgeben: Zwischenstand 2,5:2,5. Neuzugang Christoph Boes kämpfte lange mit zwei Türmen gegen die Dame. Aber ein starker Freibauer seines Gegners kostete Material und die Partie. Als an Brett 7 Hans Huber nach ausgeglichenem Spiel einen Bauern geben musste, fand er sich bald in einem hoffnungslosen Endspiel wieder. Dies sollte leider schon die Entscheidung im Mannschaftskampf bedeuten: 2,5:4,5. Michael Stoppel spielte also nur noch auf Ergebnis-Kosmetik. In einem langen Kampf holte er erst zwei Bauern, musste aber dann Mattdrohungen verhindern und sah sich zu guter Letzt noch mit einem Dauerschach und damit einem erzwungenen Remis zum 3:5 Endstand konfrontiert. In Bestbesetzung hätte Trostberg gute Voraussetzungen gehabt, den Mannschaftskampf offener zu gestalten. So bleibt festzuhalten, dass man von allen Teams der Landesliga an diesem Tag die schwächste Aufstellung hatte. Landesliga funktioniert wahrscheinlich nur in Bestbesetzung.

 

 

4,5:3:5 Erfolg gegen Tegernsee

Mit einem knappen und hart erkämpften Erfolg gegen Tegernsee baute unser Schachteam den Vorsprung als Tabellenführer auf 4 Punkte aus und steht somit vorzeitig als Meister und Aufsteiger fest. In der nächsten Saison spielt man wie zuletzt vor fast 20 Jahren wieder in der 4. Liga. Einzelsiege steuerten Dr. Kern und Simon Reisser bei.

Der Regionalligakampf begann relativ unspektakulär, da die Großmeister Fogarasi und Prusikin in einer völlig ausanalysierten Eröffnung landeten, die schon nach 18 Zügen Remis gegeben wurde. Auch an Brett 8 vermieden beide Seiten das Risiko, Peter Penn einigte sich mit seinem Gegenüber auf Punkteteilung. Etwas interessanter verlief das Unentschieden an Brett 4, wo Markus Hinterreiter einen „Sizilianer“ mit c3 spielte, der sehr taktisch geprägt war. Letztlich errang aber auch hier keine Seite einen Vorteil.

Dann jedoch brachte Simon Reisser die Trostberger erstmals in Führung. Im ausgeglichenen Mittelspiel konnte er dank eines Bauernvorstoßes mit folgendem starken Springerzug einen Königsbauer verspeisen. Anschließend demonstrierte er seinem Gegner noch den passenden schönen Turmzug mit entscheidendem Angriff zum 2,5:1,5 für die Alzstädter. Kapitän Wolfgang Moser drohte mit einem Damen-Opfer seinen Gegner Matt zu setzen. Sein Gegner lehnte die weiße Monarchin jedoch eiskalt ab und eroberte dabei sogar die Qualität. Den Angriff des vielfachen Trostberger Meisters parierte er anschließend leider ebenso. Somit musste Moser in aussichtloser Stellung aufgeben und damit den sofortigen Ausgleichstreffer hinnehmen.

An Brett 2 erkämpfte sich Reiner Huch erfolgreich mit taktischen Tricks im Mittelspiel gegen seinen starken Gegner den Ausgleich und konnte das Remis durch Zugwiederholung erzwingen. Einen leichten positionellen Vorteil nach ausgeglichenem Mittelspiel konnte Dr. Johannes Kern verbuchen. In Zeitnot opferte sein Gegner zudem eine Figur für 2 Bauern, aber Kern demonstrierte ein zwingendes Gegenspiel mit einer Mattdrohung und Aufgabe des Tegernseers. Damit fehle ein halber Punkt zum Aufstieg. Aldo Hartl spielte in einer grünfeldindischen Partie in einer taktischen Position. Er war zu einem interessanten Qualitätsopfer bereit und erhielt dafür einen gefährlichen Freibauer. Dieser wackere Fußsoldat sicherte das Remis für Hartl und den Mannschaftssieg zum 4,5:3,5. Mit nunmehr 4 Punkten Vorsprung steht man schon eine Runde vor Schluss als Meister und Aufsteiger in die Landesliga fest. Zuletzt gelang dies vor genau 20 Jahren, damals gehörten Wolfgang Moser, Aldo Hartl, Peter Penn und Hans Huber auch schon zum Meisterteam wie heute.